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Kinderwagen Begriffe

Wenn Sie an einen fahrbaren Untersatz denken, hilft zuerst vielleicht einmal eine simple Begriffsbestimmung:

Kinderwagen - so wird meist ein Wagen genannt, der vom ersten Tag an verwendet wird. Da das Neugeborene im ersten halben Jahr noch nicht sitzen kann, bieten diese Wagen eine möglichst große, möglichst ebene Liegefläche. Im Idealfall also einen Stubenkorb auf großen Rädern, bei dem das Kind im Wagen so gut schläft wie zu Hause und bei einem längerer Park-, Cafe-, oder Verwandtenbesuch das Baby (und damit auch die Eltern) sich wohlfühlen. Und weil in diesem halben Jahr wahrscheinlich kalte und warme Tage dabei sein werden, sollte sowohl ausreichend Platz für einen warmen Winter-Schlafsack sein als auch ausreichend Platz um an heißen Tagen genügend Luft zu haben um nicht übermäßig zu schwitzen. In Neugeborenenwannen liegt das Kind immer mit Blickrichtung  zum Schiebenden, der Sichtkontakt ist wichtig und außerdem will man schnell und unkompliziert zum Kind greifen können.

Sportwagen - beginnt das Baby dann zu Sitzen wird die flache Liegefläche bald zu langweilig. Daher kann man die meisten Neugeborenenwagen zu einem Sportwagen umbauen, bei dem das Kind in einem Sportwagensitz zwar immer noch gut liegen, bei Bedarf aber auch aufrecht sitzen kann. In der Regel bezeichnet man als Sportwagen alle Wagen mit Sitz, die in der Breite nicht gefaltet werden können. Da mit fortscheitendem Alter die Neugier an der Umgebung steigt, beginnen Kinder jetzt nach vorne zu schauen. Oft kann die Blickrichtung gedreht werden. Oft können Neugeborenenwagen zu Sportwagen umgebaut werden, es gibt aber auch Sportwagen die nur für Kinder konzipiert wurden, die schon sitzen können.

Buggy - im Unterschied zu einem Sportwagen können Buggies auch in der Breite gefaltet werden, verzichten aber auf zu großen Liegekomfort. Gute Buggies sind daher leichter und haben gefaltet ein kleineres Packmaß. Dieses "Falten in der Breite" ist übrigens noch ziemlich jung: erst 1965 entwickelte der ehemalige Testpilot und Luftfahrt-Designer Owen Maclaren den ersten Buggy. Das Buch  "Century Makers" listet den Maclaren Buggy übrigens unter den "100 cleveren Dingen die wir heute für selbstverständlich nehmen und doch unser Leben im letzten Jahrhundert wesentlich beeinflussten". Buggies können die Rückenlehnen manchmal umlegen, manchmal sind sie zugunsten des geringeren Gewichts und kleineren Packmaßes auch als reine Sitzwagen ohne Dach ausgeführt. Im anderen Extrem gibt es sogar Buggies, die auch eine Neugeborenenwanne aufnehmen können und so als Untergestell eines Kinderwagens fungieren.

Jogging-Buggy -  jetzt wird es allerdings kompliziert: diese Wagen werden
eigentlich nie in der Breite gefaltet (sind also eigentlich Sportwagen und keine Buggies) und werden eher selten zum Laufen verwendet. Vom Sport kommt allerdings die Entwicklung: Die Fahrgestelle mit drei Rädern konnte man viel verwindungssteifer bauen als 4-Rad Wagen, außerdem sind die Rahmen leichter und das einzelne Vorderrad kann zwar einen großen Durchmesser haben, trotzdem aber lenkbar ausgeführt werden. Das alles macht die Wagen im Gelände, beim Wandern, bei Schnee (tiefer Untergrund) und bei höheren Geschwindigkeiten viel angenehmer zu schieben, trotzdem sind viele 3-Rad-Wagen auch in der Stadt einfach super zu lenken. Im engen urbanen Umfeld ist aber die größere Breite und Länge manchmal ein Problem, da die Wagen aus Kippstabilitätsgründen das fehlende 4. Vorderrad durch eine größere Standfläche ausgleichen müssen. Und ja: eine Neugeborenenwanne können Sie fast immer auch befestigen.

Softtragetaschen - Neugeborenenwannen - klassisch kann auf das Fahrgestell eines Neugeborenenwagens alternativ eine flache Neugeborenenwanne oder ein Sportwagensitz montiert werden (Je nachdem ob das Kind sitzen kann oder nicht). Ist es aber nicht möglich den Sitz abzunehmen und möchte man trotzdem ein Neugeborenenes transportieren, so legt man in den Sitz eine Softtragetasche, um so eine ebene, geschützte Liegefläche zu erhalten. Als Vorteil hat man jetzt eine Tasche, die sehr klein und handlich ist um ein Kind damit auch herumzutragen. Da die Tasche aber in den Sitz hineingelegt wird muss sie immer kleiner als der Sitz und damit auch kleiner als eine echte Neugeborenenwanne sein. Kleine Taschen sind sowohl im Winter unpraktisch (nicht genug Platz um Wintersäcke, Decken, etc. hinein zu bekommen) als auch im Sommer (ist es sehr heiß und dunstig, will man viel Luft um sich um möglichst wenig zu Schwitzen.) Außerdem schleppt man den Sitz ein halbes Jahr mit obwohl man ihn nicht braucht. Als Vorteil können aber viele Softtragetaschen später zu einem Wintersack umgebaut werden, wenn die Kinder schon selbstständig sitzen können. Da die Taschen aber in der Neugeborenenfunktion Sommer wie Winter funktionieren müssen, hat man immer ein wenig ein Temperaturproblem.

Fahrradanhänger - können auch Kinder (sogar Neugeborene) transportieren und manchmal auch die Fahrraddeichsel abnehmen und zum Joggen und normalen Spazieren verwendet werden. Idealerweise haben diese Wagen einen viel tieferen Schwerpunkt (das Kind sitzt tiefer) und einen Überrollbügel (höherer Kurvengeschwindigkeiten erfordern höhere Kippsicherheit). Damit leidet aber die Alltagstauglichkeit vor allem wenn die Kinder noch kleiner sind.

 

 



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